Unfallschutz – Informationen und Sicherheitstipps zur Vermeidung von Unfällen im Heim- und Gartenbereich

Foto: Senioren

Unfallschutz: Sicherheit speziell für Senioren

Ab dem 60. Lebensjahr ist in 80 % der Unfälle ein Sturz die Ursache, ausgelöst durch Stolpern oder Ausrutschen. Durch den begrenzten Aktionsradius vieler älterer Menschen wird oft die eigene Wohnung zum Unfallort.

Eine „altersgerechte“, barrierefreie Wohnung sollte daher frühzeitig geplant werden. Die Wohnung älterer Menschen muss sicher, praktisch und bequem sein. Alle Wohnbereiche müssen leicht zugänglich und ohne Schwierigkeiten erreichbar sein.

Was Sie tun können, um Ihre Wohnung möglichst gefahrenfrei zu machen, haben wir für Sie in den Tipps für sicheres Wohnen zusammengefasst.

Zusätzlich sollten gerade ältere Menschen

  • sich viel bewegen oder regelmäßig Sport treiben, denn sportlich aktive Senioren erleiden sehr viel seltener Unfälle und Knochenbrüche. Sie können ihre Bewegungen besser koordinieren und fördern auch die Knochenfestigkeit. Senioren, die sportlich aktiv werden möchten, sollten sich unbedingt vorher mit Ihrem Arzt besprechen.

    Auch eine regelmäßige Kontrolle der Sehkraft und des Bewegungsapparates durch den Arzt ist wichtig. Wer schlecht sieht oder sich wegen Schmerzen unsicher bewegt, stürzt leicht.
  • sich auch speziell die moderne Technik zunutze machen: Schnurlos- oder Mobil-Telefone oder eine Notrufanlage im Krankheitsfall sollten ständige Begleiter sein – sie können Leben retten.
  • bei Bedarf eine Gehilfe verwenden. Im Zweifelsfall ist es besser, sich auf einen Stock zu stützen als unsicher unterwegs zu sein. Es gibt eine Vielzahl von Modellen, wichtig ist, dass die individuell nötige Höhe eingestellt werden kann und der Stock eine rutschfeste Gummispitze hat (fürs Gehen in Eis und Schnee empfiehlt sich ein Eisdorn). Bietet der Stock nicht mehr genug Halt, ist eine Krücke oder eine Gehhilfe mit Rollen zu empfehlen. Vom Hausarzt verordnet, werden diese meist von der Krankenkasse (mit-)finanziert. Lassen Sie sich vor dem Kauf von einem Ergotherapeuten beraten.
  • sitzen statt stehen: beim An- und Auskleiden, Waschen, Baden oder Duschen, aber auch beim Kochen, Abwaschen oder Bügeln. Es gibt spezielle Badewannensitze und Duschhocker, falls nötig, lassen Sie das Waschbecken absenken und einen größeren Spiegel oder einen Kippspiegel anbringen.
  • verwenden Sie je nach Tätigkeit die richtige Brille, nehmen Sie die Lesebrille beim Gehen ab. Damit Sie die Brille trotzdem immer griffbereit haben, kann sie mit einer Kette oder einem Band um den Hals getragen werden.

    Tipp: Viele spezielle Sicherheitsprodukte für den Seniorenhaushalt machen Ihren Alltag nicht nur sicherer, sondern auch leichter. Da gibt es z. B. das ergonomische Brotmesser, praktische Schraubdeckelöffner oder verlängerte Schuhlöffel. Besen und Schaufel, Bodenwischer und Fenster-Reinigunsgeräte sind auch mit langem Stiel erhältlich und ersparen Ihnen neben gefährlichen „Klettertouren“ auch das Bücken.

Sind Sie noch gang- und standsicher?

Mit diesen einfachen Tests können Sie selbst feststellen, ob Sie noch sicher auf den Beinen sind. Vorsichtshalber sollten Sie diese Tests aber immer im Beisein einer zweiten Person machen, die nötigenfalls Hilfestellung geben kann.

So stellen Sie fest, ob

Ihre Muskeln noch genügend Leistung bringen: fünfmal hintereinander von einem Stuhl aufstehen, ohne die Arme zur Hilfe zu nehmen. Wenn Sie mehr als 15 Sekunden dazu brauchen, sollten Sie überlegen, ob Sie nicht ein Muskeltraining anfangen sollten.

Ihr Gleichgewichtssinn noch einwandfrei funktioniert: Stellen Sie sich vor, Sie sind ein Seiltänzer, und versuchen Sie, fünf Sekunden lang auf einer gedachten Linie zu stehen. Wenn das nicht klappt, sind Koordinations- und Balanceübungen sinnvoll.

Ihre Gangsicherheit ausreichend ist: mit einem Gehtest, bei dem man bei normalem Tempo eine Strecke von 10 Metern in 10 Sekunden zurücklegen soll.

Mit einem Training zum Aufbau der Muskelkraft und der Stärkung des Gleichgewichtsgefühls kann man auch noch im fortgeschrittenen Alter beginnen, dafür ist es nie zu spät.

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